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Baubeginn für innovatives Projekt zur Klärschlammtrocknung mit Biomasse

Bund und Land Baden-Württemberg fördern das von B.A.U.M. und eta Energieberatung initiierte Projekt in Albstadt mit rund 2,7 Mio. Euro.

Am 21.4.2010 war Baubeginn für das von der B.A.U.M. Consult und eta Energieberatung initiierte Projekt in Albstadt.

Das Bundesumweltministerium stuft das Verfahren als innovativ, umweltfreundlich und übertragbar ein und fördert das Pilotprojekt in Albstadt mit 2,1 Mio. Euro. Das Land Baden-Württemberg stellt eine Förderung in Höhe von rund 600.000 Euro zur Verfügung.
 
Im diesem Projekt kooperieren 11 Kommunen bei der kostengünstigen und umweltfreundlichen Entsorgung ihrer Klärschlämme.
Die Umweltentlastungen durch die geplante Niedertemperatur-Klärschlammtrocknung in Kombination mit einer Biomassefeuerung und ORC-Anlage sind vielfältig. Die Anlage
  • ermöglicht einen nachhaltigen Verwertungsweg für kommunale Kläranlagen und
  • vermeidet somit, dass sich problematische Stoffe über eine landwirtschaftliche Klärschlammentsorgung im Boden anreichern,
  • macht aus dem Abfall Klärschlamm einen wertvollen und CO2-freien Brennstoff mit dem Heizwert von Braunkohle,
  • substituiert konventionelle Brennstoffe in Kraftwerken oder Zementwerken und schont somit endliche Energieressourcen,
  • schafft einen wertvollen Sekundärrohstoff für Zementwerke durch den hohen mineralischen Anteil des Klärschlamms und bewirkt die rückstandsfreie stoffliche als auch energetische Verwertung des Trockenschlamms, wenn er in den Klinkeröfen der Zementwerke als Kohleersatzbrennstoff eingesetzt wird,
  • bewirkt eine Volumen- und Massenreduzierung des Klärschlamms im Vergleich zum mechanisch entwässerten Klärschlamm,
  • vermindert Straßentransporte per Lkw auf 1/3 im Vergleich zur Entsorgung des mechanisch getrockneten Klärschlamms,
  • fördert die regionale Wertschöpfung durch die Nutzung von Waldhackgut als Brennstoff.

Die Biomassefeuerung mit ORC-Anlage bewirkt in Albstadt durch die regenerative Stromerzeugung in Höhe von 2,52 GWh/a eine CO2-Reduktion von jährlich bis zu 1.612 Tonnen CO2.

Darüber hinaus wird mit der Klärschlammtrocknung eine weitere CO2-Reduktion erreicht. Je nach Vergleichsszenario ergeben sich unterschiedliche Reduktionspotentiale. Ein Vergleich der thermischen Klärschlammtrocknung (inkl. Verwertung im Kraftwerk, 4.000 t/a mit 90 % TS, Entfernung 100km) mit der Verwertung in der Landwirtschaft (Nassschlamm 5 % TS, Entfernung 15km) zeigt eine CO2-Reduktion durch die Trocknung um 4.354 Tonnen pro Jahr. Dies wird durch den geringeren Transportaufwand und die Substitution von fossilen Brennstoffen im Kohle-Kraftwerk erreicht. Der Heizwert des auf 90 % TS getrockneten Klärschlamms beträgt in etwa 3,16 kWh/kg. Im Vergleich zur Verwertung von mechanisch entwässertem Klärschlamm im Kraftwerk (30 % TS) ergibt sich durch die Klärschlammtrocknung eine Reduktion der CO2-Emissionen um 2.814 Tonnen jährlich.

Für die Verwertung des mechanisch entwässerten Klärschlamms wären jährlich ca. 600 Lkw-Fahrten erforderlich. Durch die Massen- und Volumenreduktion bei der thermischen Trocknung des Klärschlamms reduzieren sich die Fahrten auf 200 pro Jahr.

In der Summe liegt die jährliche CO2-Entlastung je nach Szenario bei 4.426 – 5.966 Tonnen. Bezogen auf die Gesamt-Investition von 7,09 Mio. € errechnen sich die spezifischen CO2-Reduktionskosten zu 1.188 – 1.602 €/tCO2.

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Kontakt: Peter Krabbe


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